Ein Ortsverein in der Situation mit Coronavirus – Statusbericht Mai 2020

Seit Mitte März 2020 hat sich die Situation auch für unseren Ortsverein drastisch verändert. Der letzte Dienstabend der Bereitschaft am 16.03.2020 markiert für uns den Beginn von Veränderungen und Maßnahmen, mit denen wir als DRK auf die gesundheitliche Bedrohung vieler Menschen durch SARS-CoV-2 reagierten. Nach acht Wochen können wir nun ein wenig berichten, was aktuell so bei uns passiert.

Ortsverein

Insgesamt befand sich der Ortsverein in einer recht neuen Situation: Einige aktive Mitglieder hatten uns in den Monaten zuvor aus verschiedenen Gründen verlassen, sodass wir uns noch mit der Neuorganisation der Zuständigkeiten befanden. Dies spiegelte ja auch die letzte Mitgliederversammlung wider.

Befeuert durch das Kontaktverbot wurde im März kurzfristig Discord als neue Kommunikationsplattform eingeführt, um aktive Mitglieder, Führungs- und Leistungskräfte sowie den Vorstand besser zu vernetzen. Dies beinhaltet die dauerhafte Bereitstellung von wichtigen Informationen sowie die Möglichkeit zu Sprachkonferenzen mit Bildübertragung (Screen Sharing).

Bis Ende April wurde klar, dass die bereits für 2020 geplanten Sanitätsdienste (darunter acht Großveranstaltungen mit Open-Air-Konzerten) nicht stattfinden können. Das ist einerseits schade für die ausfallenden oder sich verschiebenden Veranstaltungen aber auch für die Helfer unserer Bereitschaft, die sich schon auf das abwechslungsreiche Sommerprogramm gefreut haben.

Es bedeutet aber auch, dass uns Einnahmen verloren gehen, mit denen wir vor allem die Vorhaltung von Fahrzeugen, Material und persönliche Ausrüstung der aktiven Mitglieder refinanzieren. Diese Finanzierungslücke lässt sich wahrscheinlich nicht decken. Es zeigt, dass Hilfsorganisationen in dieser Lage auch ihren finanziellen Anteil beitragen, wie weite Teile der Bevölkerung und viele Unternehmen. Zum Glück hat unser Ortsverein in den letzten Jahren nachhaltig gewirtschaftet, sodass wir diese Situation einige Zeit lang durchhalten können.

Bereitschaft

Recht früh wurden die Einsatzkräfte über die Verbandsstrukturen sensibilisiert, dass Einsätze oder Hilfstätigkeiten auf sie zukommen können. Folgende Maßnahmen wurden zu Beginn getroffen:

  • Die Helfer prüften ihre Verfügbarkeit für Einsätze und klärten dies mit ihren Arbeitgebern.
  • Die verfügbaren Führungskräfte wurden identifiziert und ihre Erreichbarkeit über verschiedene Kommunikationswege wurde verbessert.
  • Die Einsatzbereitschaft der taktischen Einheiten für die SEG Betreuung und den Einsatzzug wurde geprüft und auf die aktuelle Lage angepasst. Alle Fahrzeuge verfügen nun über eine Grundausstattung an Schutzausrüstung für unsere Helfer, um mit SARS-CoV-2-verdächtigen Personen umzugehen.
  • Viel Kommunikation und Abstimmung mit anderen Gremien im Kreisverband.

Im Laufe der Zeit ergaben sich weitere Handlungspunkte bis Anfang Mai:

  • Um das Kontaktverbot und die Unterbrechung von Infektionsketten aufzuhalten, werden möglichst wenige Personen gleichzeitig eingesetzt. Dies ist vor allem bei der gemeinsamen Benutzung von Kraftfahrzeugen relevant. Zudem steht wiederverwendbarer Mund-Nasen-Schutz bereit.
  • Es gab vereinzelt Helfer, die in anderen Bundesländern im Einsatz waren um Hilfeersuchen zu unterstützen, die beim DRK-Landesverband Niedersachsen eingegangen waren.
  • Besorgung von Gesichtsschirmen der Initiative Maker vs. Virus und Verteilung an die DRK-Rettungswachen und Einsatzeinheiten in Braunschweig und Salzgitter sowie das Seniorenheim Steinbrecherstraße.
  • Für das Klinikum Braunschweig wurden ca. 1000 Gesichtsschirme montiert.
  • Kleinere Logistikaufträge.

Bisher wurden bereits vier Online-Dienstabende der Bereitschaft durchgeführt. Sie werden einerseits zum Austausch über die aktuelle Lage genutzt, aber darüber wird auch die laufende Ausbildung fortgesetzt.

Nebenbei muss weiterhin die Wartung und Überprüfung der Fahrzeuge und Ausrüstung passieren, damit die Einsatzbereitschaft sichergestellt bleibt.

Blutspende

Der einzige für unser Blutspende-Team noch geplante Termin ist erst am 02.07.2020. Wir beobachten die Lage aktiv und stehen im Austausch mit dem Blutspendedienst mit anderen Teams, wie in der veränderten Lage trotzdem die benötigten Blutspendetermine durchgeführt werden können.

Eine Unsicherheit stellt dar, dass viele Helfer unseres Blutspende-Teams auch zur Risikogruppe gehören. Inwiefern sie weiterhin bei Blutspendeterminen eingesetzt werden können, wird noch geklärt.

Jugendrotkreuz

Die Gruppenabende unserer JRK-Gruppe in der Gartenstadt sind ausgesetzt. Wann wieder Gruppenabende stattfinden können, ist bisher nicht absehbar. In der Zwischenzeit bereitet das Betreuerteam den Neustart vor.

Hilfe und Mitarbeit erwünscht

Jeder, der sich als aktives Mitglied in der Bereitschaft, dem Blutspende-Team oder dem Jugendrotkreuz einbringen möchte, kann sich gerne an uns wenden. Auch andere Formen der Unterstützung oder Zusammenarbeit sind möglich. Nutzen Sie bitte hierzu unser Kontaktformular und teilen Sie uns mit, wie sich gerne engagieren möchten.

Blutspendetermine

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Kontakt

DRK Ortsverein Braunschweig Süd-West e.V.
Am Hauptgüterbahnhof 26
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+49 (0) 531 27071-24